Meet the Team – Ein Monat mit Joël Wernli, Substitut Corporate and M&A
Publiziert: 15 Juli 2026
Trainee Lawyer
| Publiziert: 15 Juli 2026 | |||
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Joël Wernli ist Substitut bei L&S. In diesem Beitrag erzählt er, welche Arbeiten der vergangene Monat für ihn bereithielt und weshalb es hin und wieder ein «Linzertörtli» als Motivationsschub braucht.
Frisch ab dem Studium bin ich im August 2025 als «Substi» bei L&S gestartet. Nachfolgend möchte ich einen Einblick in einen typischen Monat bei L&S geben – und zwar nicht nur in die juristische Arbeit, sondern auch in die zwischenmenschlichen Interaktionen und Nebenschauplätze, welche den Arbeitsalltag auflockern und dazu beitragen, dass ich morgens gerne zur Brandschenkestrasse 24 laufe.
Der Arbeitsbeginn: Geprägt von freundlichen Menschen (und bitterem Kaffee)
Im Büro angekommen, beginnt jeder Tag für mich mit dem Gang zur Kaffeemaschine in der sechsten Etage. Hierbei begegne ich jeweils einer Vielzahl von Mitarbeitenden, doch herrscht trotz der Grösse der Kanzlei eine angenehm nahbare Atmosphäre, was ich äusserst schätze. Die Türen stehen grundsätzlich offen, und auf dem Gang oder an der Kaffeemaschine wird freundlich gegrüsst. Es mag zwar banal klingen, aber ein «Guete Morgä» trägt für mich viel dazu bei, gut gelaunt in den Tag zu starten – und dies, obwohl der besagte Kaffee bitterer schmeckt als die 98%-Schokolade, welche meine Freundin mir stets schmackhaft zu machen versucht …
Die Arbeit: Fusionen, DDs und Linzertörtli
Vergangenen Monat beschäftigten mich u.a. die Vorbereitung einer Generalversammlung (GV), die Durchführung zweier Fusionen, die Initiierung einer Kapitalherabsetzung sowie diverse rechtliche Abklärungen. Hierbei steht man bei L&S bereits als Substitut in Kontakt mit den Klienten sowie Behörden und übernimmt auf diese Weise Verantwortung für die Koordination des Mandats.
Im Rahmen der Fusionen war ich beispielsweise in regem Austausch mit verschiedenen Handelsregisterämtern, reiste für einen Termin bei der FINMA nach Bern und durfte im Zusammenhang mit der Kapitalherabsetzung die Gesellschafter selbständig vor dem Notar vertreten. Der regelmässige Kontakt und Austausch mit Klienten und Behörden sowie die damit verbundenen Reisen sorgen für einen abwechslungsreichen und spannenden Alltag. Was die Abklärungen betrifft, so sticht als aktuelles Thema die bevorstehende Einführung des Transparenzregisters hervor, welche bei verschiedenen Klienten bereits Fragen aufgeworfen hat. Hier galt es, sich in die Botschaften und ersten Kommentierungen einzulesen, die wesentlichen Erkenntnisse in kondensierter und verständlicher Form aufzubereiten und die Klienten hinsichtlich eines allfälligen Handlungsbedarfs zu beraten. Solche Aufträge mag ich besonders, da sie klassische juristische Recherchen erfordern und zudem einen unmittelbaren praktischen Nutzen für die Klienten haben.
Nebst diesen Aufträgen war der Monat geprägt von verschiedenen Due Diligence Prüfungen («DDs»). Dies bedeutet für einen M&A-Substi zunächst einmal Projektmanagement: Der elektronische Datenraum wird gesichtet, relevante Dokumente intern zur vertieften Prüfung an die zuständigen Fachbereiche verteilt und der Fortschritt laufend dokumentiert. Dies kann teils etwas mühselig sein, doch erhält man auf diese Weise Einblick in Unternehmen und Branchen, mit denen man ansonsten wohl keinerlei Berührungspunkte hätte. Vergangenen Monat etwa erstreckten sich die Tätigkeitsfelder der Zielunternehmen von Medtech bis hin zur Schifffahrt. Ferner schätze ich das breite Spektrum an Rechtsgebieten, mit denen man im Rahmen einer DD in Berührung kommt. So wurde ich letzten Monat nebst gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen auch mit arbeits-, miet- oder prozessrechtlichen Themen konfrontiert.
Freilich gehören auch weniger glamouröse Aufgaben, wie etwa das Zusammenfassen von Gerichtsentscheiden, das Abgleichen von Listen oder die Anfertigung von Übersetzungen zu meinem Pflichtenheft. Auch wenn KI diese Arbeiten bereits beträchtlich erleichtert, fehlt doch auch einmal die Motivation dazu. Dann helfen jeweils die Linzertörtli aus dem Snackautomaten, die mich bislang aus jeder Baisse geführt haben …
Die Pausen: Mehr Kaffee, Abschiede und Panini-Alben
Was sich seit meiner Schulzeit nicht geändert hat, ist der vermehrte Blick auf die Uhr, sobald die Pausen näher rücken. Um 10:15 und 16:15 Uhr treffen sich sämtliche Substis jeweils auf einen Kaffee im obersten Stockwerk; die Kaffeemaschine fungiert somit gewissermassen als sozialer Treffpunkt der Kanzlei, was insbesondere zu Beginn meiner Substi-Zeit hilfreich war, um die anderen Mitarbeitenden besser kennenzulernen.
Neigt sich das Praktikumsjahr für einen Substi dem Ende zu, werden die Pausen zur Verabschiedung der ausscheidenden Substis genutzt. Im vergangenen Monat wurde für sie getöpfert, kalligraphiert, gemalt, Fotoalben erstellt und gar ein eigenes «L&S-Panini-Album» konzipiert. Diese Abschiede stehen für mich sinnbildlich für den besonderen Zusammenhalt und die Wertschätzung, die der Substi-Gruppe zugrunde liegen.
After Work: Von der Brandschenkestrasse nach Rimini
Bei L&S bieten sich stets auch Gelegenheiten, sich ausserhalb der juristischen Arbeit einzubringen, sofern man dies möchte. Auch als Substi gestaltet man daher die Unternehmenskultur mit.
In meinem Fall helfe ich etwa mit, den monatlichen «Thank God It's Thursday»-Anlass («TGIT») zu organisieren. Hierzu treffen wir uns in einer nahegelegenen Bar auf ein Feierabendbier – vergangenen Monat z.B. liessen wir den Arbeitstag bei Pizza und Cocktails über dem Wasser des Schanzengrabens in der Rimini Bar ausklingen.
Diese Anlässe bieten jeweils die Möglichkeit, den Menschen fernab des Arbeitskontextes kennenzulernen, und stärken so das Gemeinschaftsgefühl. Für mich tragen mitunter diese Gespräche dazu bei, dass man am nächsten Morgen wieder gerne ins Büro kommt – wenn auch nach einem gelungenen TGIT gelegentlich etwas müder als sonst …
Der Sport: Fussballerisch SOLA-la
Der Mai war geprägt von sportlichen Höhen und Tiefen: Unsere Laufgruppe, die sich donnerstags für eine Runde am See trifft, war mit zwei Teams an der SOLA-Stafette vertreten. Trotz zahlreicher Höhenmeter und teils garstigem Wetter war die Stimmung ausgezeichnet und das gemeinsame Abendessen die Strapazen definitiv wert.
Ferner durfte ich mit der L&S-Fussballmannschaft schon fast Historisches erleben: L&S fuhr in einem eng umkämpften Spiel nach einer langjährigen Durststrecke wieder einmal drei Punkte ein, welche bei einer anschliessenden Grillade gefeiert – und am nächsten Morgen beim Treppenlaufen verbüsst – wurden.
Weniger erfreulich verlief hingegen das Barrage-Spiel zwischen dem FC Aarau und GC, welches von einer bunten L&S-Delegation bestehend aus Bernern, Zürchern, Freiburgern und mir als einzigem Aarauer besucht wurde. Trotz unserer lautstarken und dialektübergreifenden Unterstützung blieb der Aufstieg ein weiteres Mal verwehrt. Nach der bitteren Niederlage blieb mir am Folgetag nichts anderes übrig, als den Frust mit einem weiteren Linzertörtli zu kompensieren.
Ausblick
Dieser Rückblick auf den vergangenen Monat verdeutlicht, wie abwechslungsreich der Alltag bei L&S sein kann. Für den kommenden Monat hoffe ich, dass einige unserer DDs in Transaktionen münden sowie auf einen für mich erfolgreichen Verlauf des L&S-WM-Tippspiels. Schliesslich muss der Linzertörtli-Konsum auch im kommenden Monat finanziert werden können …
Kurz & persönlich
Ohne das geht mein Arbeitstag nicht …
Kaffee, Snacks & Humor
Mein Lieblingsplatz im Büro …
Dachterrasse – bei klarer Sicht kann man beim Kaffee den Ausblick auf die Berge geniessen.
Mein Geheimtipp rund ums Büro …
Joggingrunde frühmorgens über den Cassiopeiasteg am Zürichsee
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